Leitziel Entwicklung sozialer Kompetenz und Pflege des Schulklimas

Voraussetzung für eine fruchtbare Arbeit am Gymnasium St. Leonhard ist ein Klima, in dem sich alle Mitglieder der Schulgemeinschaft wohl fühlen können. Dies setzt voraus, dass alle einen respektvollen, toleranten und gewaltfreien Umgang miteinander pflegen. Die Entwicklung sozialer Kompetenz ist nicht nur innerhalb der Schule wichtig, sondern ist auch eine Voraussetzung für eine gelungene Lebensgestaltung. Konfliktbewältigung, Gewalt- und Drogenprävention haben sowohl im Unterrichtszusammenhang als auch bei außerunterrichtlichen Aktivitäten bereits ab Klasse 5 einen hohen Stellenwert. Zur Entwicklung eines guten Schulklimas und von sozialer Kompetenz tragen wesentlich auch Aktivitäten wie gemeinsames Feiern, Sportveranstaltungen, Klassen- und Wandertage bei, wie auch der Erwerb von Kenntnissen und das Training von Methoden, die helfen, Konflikte friedlich beizulegen. 

In den folgenden Bereichen trägt die Schule dem Leitziel „Entwicklung sozialer Kompetenz und Pflege des Schulklimas“ in besonderer Weise Rechnung:

Zu einem respektvollen, gewaltfreien Zusammenleben gehört es, dass Regeln aufgestellt und befolgt werden. Die jetzige Hausordnung des Gymnasiums St. Leonhard, die zu Beginn des Jahrtausends in Zusammenarbeit mit der SV entstand, wurde unlängst (2013) noch einmal überarbeitet, dabei neuen Erfordernissen angepasst und in der Lehrer- und Schulkonferenz abgestimmt.

Vorrangig sind es die Sportfeste, Turniere, Schulfeiern sowie die oft damit verbundenen Konzerte und Aufführungen (siehe hierzu das Leitziel 7 „Förderung künstlerischer und musischer Aktivitäten“), aber auch die Vorbereitungen und Proben und das anschließende gemeinsame Genießen und Dokumentieren erzielter Erfolge, die das soziale Klima am Gymnasium St. Leonhard nachhaltig positiv prägen. Darüber darf nicht vergessen werden, wie viel selbstlose Hilfe und Unterstützung erst dazu beiträgt, dass Bühnendarstellungen begeistert gefeiert werden können. Das anschließende solidarische Aufräumen und Reinigen, die Service-Aktivitäten während der Feiern und auch die zahlreichen Spenden für karitative oder schulinterne gute Zwecke, die von den Erlösen bestritten werden können – hier sind auch Benefizkonzerte wie 2011 für Japan und Tadschikistan zu nennen - fördern soziale Kompetenzen der Schüler/-innen sicher ebenso sehr wie das Feiern und Freuen. Deshalb sollen einige der fest definierten Helfer-Teams hier Erwähnung finden: Klassen- oder jahrgangsstufenbezogene Helfer-Teams sind zuständig für

  • Aufräumarbeiten nach Karnevalsfeiern, Tagen der offenen Tür, letzten Schultagen der Abiturienten
  • Service (Kaffee, Häppchen, Sekt, Saft o.Ä.) bei Karnevalsfeiern, Abiturienten-Verabschiedung, Elternsprechtagen, Tag der offenen Tür, Sommerkonzerten, Soirées francaises, English Nights etc.
  • Bundesjugendspiele: Hier agieren Schüler/-innen der 9. Klassen als Riegenführer und Kampfrichter
  • Friedenslauf (alljährlich): Hier engagieren sich Schüler/-innen der Oberstufe bei Start und Zieleinlauf, beim Anbringen der Bahnmarkierungen und Wegweiser etc.

Die Arbeitsgemeinschaft Veranstaltungstechnik setzt sich regelmäßig für Licht, Ton und Filmmittschnitt bei Bühnenveranstaltungen ein.

Das Prinzip gegenseitiger Hilfeleistungen bestimmt auch die Patenschaften, bei denen Schüler/-innen der Sek.II jeweils in Zusammenarbeit mit einem Klassenlehrer / einer Klassenlehrerin der Jahrgangsstufen 5 oder 6 seit Ende der 90er Jahre Mitschüler/innen der Erprobungsstufe beraten, unterstützen, mit ihnen kochen und basteln. Einige dieser Paten nehmen einmal pro Woche am „Sozialen Lernen“ in der Erprobungsstufe teil, andere begleiten die Klassen bei Klassenfahrten oder schauen einfach nur regelmäßig bei „ihren“ Klassen vorbei. Manche Paten sind auch beim Kennenlern-Nachmittag für die neuen 5. Klassen dabei und gestalten ihn mit.

Regelmäßig geben auch Schüler/-innen der Oberstufe leistungsschwachen Mitschülern der Sek.I Nachhilfe in kritischen Fächern.

An fast allen genannten Hilfeleistungen und Diensten ist die Schülervertretung (SV) des Gymnasiums St. Leonhard aktiv beteiligt. Darüber hinaus organisiert die SV die Verteilung von Schokoladen-Nikoläusen am 6. Dezember, die Rosenverteilung am Valentinstag, sorgt für regelmäßige Unterstufen-Partys und hilft bei Sportturnieren und Kennenlern-Nachmittagen für künftige Fünftklässler. Auf jährlichen SV-Fahrten reflektieren die Beteiligten ihre Ziele, Probleme und Erfolge und festigen ihren Zusammenhalt.

Sporadische gemeinsame Klassenraumgestaltung von Schülern und Lehrern (Wandanstrich, Gardinen, Pflanzen, Dekoration), oft mit großzügiger Unterstützung durch sachkundige Eltern, festigt das Zusammengehörigkeitsgefühl der Klassen.

Alle Klassen und Kurse der Schule haben spezielle Ordnungsdienste bzw. Reinigungsteams, die nach dem Unterricht regelmäßig groben Müll entfernen und fegen. Für die Hof- und Gebäudereinigung in und nach den großen Pausen sind im wöchentlichen Wechsel alle Klassen der Sek.I zuständig.

Im Rahmen des „Aktiv fürs Klima“-Programms der Stadt Aachen, an dem das Gymnasium St. Leonhard beteiligt ist (vgl. das Leitziel 4 „Gegenwarts- und Lebensbezug von Schule“), findet jährlich im Frühjahr eine Müllsammelaktion in der Innenstadt statt, bei der IB-„Students“ (vgl.das „International Baccalaureate“ unter dem Leitziel „Weltoffenheit“) jüngeren Schülern und Schülerinnen als Aufsichtspersonen und Sammel-Helfer zur Seite stehen. Die sozialen Praktika, welche Schüler/-innen des internationalen Zweiges (IB) im Rahmen ihres CAS-Programmes (CAS steht für „Creativity, Activity, Services“) absolvieren müssen, kommen der Schule auch in anderen Zusammenhängen zugute (vgl. Anlage eines Schulgartens, Leitziel 7).

Unter den zahlreichen, äußerst beliebten Turnieren und Sportveranstaltungen, die jährlich stattfinden, seien nur einige wenige besonders gemeinschaftsstiftende hervorgehoben:

  • Skifreizeit der Jahrgangsstufe 9 in Österreich, jeweils im März
  • Leo-Cup: ein Fußballturnier, bei dem Mannschaften der Jahrgangsstufen EF, Q1, Q2 sowie Eltern- und Lehrermannschaften gegeneinander antreten
  • Volleyballnacht
  • Friedenslauf: Seit 2002 setzen sich die Jahrgangsstufen 5 und 6 des Gymnasiums St. Leonhard alljährlich zusammen mit mehreren Tausend Schülerinnen und Schülern aus rund 30 Aachener Schulen in der Innenstadt in Bewegung, um Sponsoren-Gelder für das Forum Ziviler Friedensdienst, für pax christi oder das Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus zu erlaufen. Jedes Mal kommen dabei Rekordsummen im zweistelligen Tausenderbereich zusammen.

 

Soziales Lernen im Rahmen des Ganztags

Die wöchentliche Stunde „Soziales Lernen“ mit dem Klassenlehrer / der Klassenlehrerin gehört in den Pflichtbereich des Ganztags-Programms für die Jahrgangsstufen 5 und 6.

 

Soziales Lernen im Rahmen der ALLF-Projekttage

Jahrgangsstufe 5: Hier wird im Rahmen einer zeitgleichen Klassenfahrt für alle Klassen der Jahrgangsstufe das Thema „Sozialkompetenz“ (Gemeinschaft erleben, sich in der neuen Gruppe zurecht finden, Konzentration und Entspannung, Konflikte lösen ohne Gewalt) auf dem Plan stehen. Ein Pool mit gemeinschaftsfördernden Aktivitäten und Spielen ist im Zusammenhang mit dem Ganztags-Programmpunkt „Soziales Lernen“ erstellt worden, auf den die Kollegen zurückgreifen können.

Jahrgangsstufe 6: Hier gibt es eine Trainingseinheit zum sicheren Umgang mit Internet-Communities, die auf dem Programm „Klicksafe“ basiert. Ein Ausflug in die Kletterhalle mit teambildenden Spielen soll die Kopfarbeit auflockern.

Jahrgangsstufe 7: Hier lauten die Themen in gleichgeschlechtlichen Gruppen traditionell „Mädchenrolle, Jungenrolle“ sowie „Selbstverständnis und Selbstbehauptung“.

 

Soziales Lernen im Rahmen von Klassenfahrten, Wandertagen, Skifreizeiten, Kursfahrten und Austauschfahrten

In allen Jahrgangsstufen werden in jedem Schuljahr Fahrten wie die oben genannten durchgeführt, die gemeinschaftsfördernd sind und soziale Kompetenzen in besonderer Weise entwickeln helfen. Die gesamte Jahrgangsstufe Q2 fuhr im Februar 2013 sogar privat gemeinsam mit fünf Englischlehrerinnen für ein sehr intensives Wochenende nach London.

 

Streitschlichter (seit 1999)

Zurzeit arbeiten Streitschlichter und Streitschlichterinnen aus der Q1 und Q2 als Mediatoren. Die Schülerinnen und Schüler, die als Streitschlichter eingesetzt werden, absolvieren eine halbjährige zusätzliche Ausbildung und legen am Ende in einem zweitägigen Seminar eine schriftliche und praktische Prüfung ab. Alle aktuell amtierenden Schülerinnen und Schüler haben diese Ausbildung bereits in der Jahrgangsstufe 9 durchlaufen, sie sind also mit großer Verlässlichkeit und Kontinuität bei der Sache. Erst nachdem die Anwärter ihre Prüfung bestanden haben, leisten sie engagiert jeweils in den großen Pausen ihren Dienst als Streitschlichter. Zusätzlich übernehmen sie in Absprache mit den jeweiligen Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern Patenschaften für die 5. und 6. Klassen, damit sie gerade für die jüngeren Schülerinnen und Schülern als Ansprechpartner präsent sind. So tragen die Streitschlichter schon im Vorfeld von eskalierenden Konflikten durch ihren Einsatz zu einem konstruktiven Miteinander und zur Gewaltprävention an unserer Schule bei. 2013 wurden die Streitschlichter vom Kollegium des Gymnasiums St. Leonhard für „Wir in Aachen“, eine Schülerehrung durch die Stadt Aachen, vorgeschlagen. Ob die Gruppe eine Auszeichnung erhalten wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.

 

Förderung sozialer Kompetenz bei Eltern und Lehrern der Schule durch Themenabende:

Diese Veranstaltungen mit Vorträgen von sachkundigen Experten fanden in den letzten Jahren in loser Folge statt und bezogen sich auf Themen wie „Begabtenförderung“, „Suchtprophylaxe“, „Gewaltprävention“, „Gefahren des Internets“.

 

Entwicklung sozialer Kompetenz im Rahmen der Suchtprophylaxe

Seit 1986 gibt es am Gymnasium St. Leonhard ein entsprechendes Beratungsangebot. Gefährdungen durch „KO-Tropfen“ (Thema in Klasse 9) oder Internet-Abhängigkeit (Thema in Klasse 7) werden in Zusammenarbeit mit Experten im Religions-, Philosophie- oder Pädagogikunterricht behandelt. (siehe Weiteres unter „Gesundheitserziehung“ im Zusammenhang mit dem Leitziel 3 „Förderung der Lernmotivation und Leistungsbereitschaft“ und dem Leitziel 4 „Gegenwarts- und Lebensbezug von Schule“)

 

Schulseelsorge

Von 2004 bis 2012 trug Pastoralreferent Florian Sobetzko, Schulseelsorger des Gymnasiums St. Leonhard, Entscheidendes zu einem entspannten, respektvollen und friedlichen Schulklima bei. Er war präsenter und kompetenter Ansprechpartner für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft. Den jährlich von ihm durchgeführten Taizé-Fahrten ins französische Burgund verdanken zahlreiche Schüler/-innen von St. Leonhard prägende spirituelle Erfahrungen, und ebenso unvergesslich sind allen Teilnehmern die legendären „Tanzen-am-Strand“-Sommerreisen nach Senigallia / Italien. Mit der innovativen Jugendkirche Kafarna:um in schönster Aachener Altstadtlage schuf er vor mittlerweile sechs Jahren unter tatkräftiger Mithilfe auch der Schüler/-innen und Abiturienten von St. Leonhard einen einzigartigen Ort der Begegnung. Zum Bedauern aller wurde er vom Aachener Bischof Heinrich Mussinghof mit neuen Aufgaben betraut und verließ zum Schuljahr 2012/13 seine Wirkungsstätte an der Jesuitenstraße. Es besteht allerdings Aussicht darauf, dass es demnächst einen Nachfolger für Florian Sobetzko geben wird.

Rund ein Dutzend Kolleginnen und Kollegen hat sich 2012 zu einer Gruppe zusammengeschlossen, die sich im Hinblick auf eine empathische Begleitung trauernder Schüler/-innen fortbilden möchte. Es existiert bereits ein sogenannter „Trauerkoffer“, der Musik-CDs, eine Kerze, passende Bilder und Texte enthält, die es Kindern und Jugendlichen erleichtern sollen, über den Verlust naher Familienangehöriger zu sprechen und zu trauern.

Eine Zusammenarbeit mit dem Schulpsychologischen Dienst der Stadt Aachen bietet Krisenintervention und Konfliktberatung für Lehrerinnen und Lehrern, Eltern, Schülerinnen und Schüler. Außerdem nimmt das Gymnasium St. Leonhard an Fortbildungen und Schulentwicklungsarbeit des Schulpsychologischen Dienstes teil: Für Juni und Juli 2013 ist eine „Stopp Mobbing“-Fortbildung mit Klassen- und Fachlehrer/-innen der Sek. I geplant. Eine weitere Fortbildung zum Thema „Schulabsentismus“ soll im kommenden Schuljahr initiiert werden.

An der vom Hilfswerk der Deutschen Lions e.V., Ressort Lions-Quest konzipierten mehrtägigen Fortbildung „Erwachsen werden – Soziales Lernen in der Sekundarstufe I“ haben seit 2007 mehrere Kolleginnen und Kollegen in Folge teilgenommen, nicht zuletzt in Vorbereitung auf die Herausforderungen des Ganztags.

 

Pflege des Klimas im Kollegium:

Kollegiumsausflüge finden jährlich statt, häufig als Wandertag, Fahrrad- oder Kanutour in der näheren Umgebung, jedoch auch unter Einbezug des Wochenendes als mehrtägige Fahrt ins benachbarte Ausland.

Beim alljährlichen „Lehrergrillabend“ auf dem Schulhof an einem der letzten Abende des Schuljahrs werden scheidende Kollegen verabschiedet, besondere Verdienste gewürdigt, Hochzeiter und Jubilare geehrt oder es wird Familiennachwuchs präsentiert. Oft gibt es zu diesen Anlässen auch witzige Präsentationen, Lieder und Sketche.

Zur Verabschiedung von Kollegen, die in den Ruhestand gehen, sind gesonderte Feiern mit vertrauten Rituale und kultigen „Running Gags“ unverzichtbar. „Gesichter von St. Leonhard“: Ein Riesenposter, das alle Kollegen und Kolleginnen mit Bild, Namen und Fächern zeigt, macht die personelle Orientierung für Referendare wie auch andere neue Kollegiumsmitglieder einfacher. Auch die Referendare selbst sind mit Hilfe eines Posters leicht identifizierbar.

Der Kollegensport ist besonders beliebt und erfolgreich im Bereich Volleyball. 2012 erreichte die Lehrermannschaft von St. Leonhard den 7. Platz beim Turnier des Westdeutschen Volleyballverbandes in Waltrop; 2013 wurde das Team drittbeste Lehrermannschaft Nordrhein-Westfalens. Dafür musste jahrelang immer dienstags viel Schweiß auf den Hallenboden von St. Leonhard fließen…

Nicht zuletzt soll auch die gemeinschafts- und identifikationsstiftende Funktion der schuleigenen Homepage erwähnt werden, deren Anfänge in das Jahr 1999 zurückgehen und die dann innerhalb der letzten zehn Jahre zu einem selbstverständlichen Teil der Schulkultur geworden ist. Hier werden vom Kollegium, von Eltern sowie Schülerinnen und Schülern ständig aktuelle Informationen abgerufen, vor allem aber dient die Website in Wort und Bild dazu, spannende Erfahrungen, wichtige Erlebnisse und große wie kleine Erfolge mit einer (Schul-) Öffentlichkeit zu teilen.

Letzteres leistet auch die Öffentlichkeitsarbeit der Schule, die Kontakte zu den lokalen Medien pflegt, wichtige Schulereignisse ankündigt, um Berichterstattung wirbt, so für die Präsenz des Gymnasiums St. Leonhard in der Kommune sorgt und das Schulprofil nach außen hin schärft.

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