Aus dem Hintergrund müsste Bärbel schießen, Bärbel schießt, Tooooor

Bärbel ist einer von sechs fußballspielenden Robotern, die das St. Leonhard Gymnasium am letzten Samstag in Dortmund beim Halbfinale der World Robotic Olympiad ins Rennen schickte. Dabei gehörten die Roboter zu vier verschiedenen teilnehmenden Leo-Teams. Um es direkt vorweg zu nehmen: Die Le(g)os spielten herausragend und zeigten sich in bestechender Form, so dass sich drei von vier Teams für das Deutschlandfinale in Passau qualifizieren konnten, wo dann die besten deutschen Teams gegeneinander antreten.

Aber der Reihe nach: Bärbel und Gudrun sind die beiden Roboter-Spieler von Irmin Mainka (9b) und Peter Kastner (9a), dem Team LeoSocceros2. Dabei ist Gudrun Torwart, Bärbel Feldspieler. In der Football Kategorie spielen immer zwei gegen zwei Roboter völlig autonom gegeneinander Fußball.

Peter und Irmin konnten also im Vorfeld monatelang ihre beiden Roboter-Schützlinge bauen und programmieren, mit dem Anpfiff müssen diese aber selber agieren. Nur wenn der Schiedsrichter das Spiel unterbricht, dürfen die Roboter wieder durch die menschlichen Spieler auf die Startposition gesetzt werden. Und so konnten Irmin und Peter sowie wie die Zuschauer mitverfolgen, dass Bärbel torhungrig war. Das erste Spiel wurde glatt mit 3:0 gewonnen, das letzte sogar 8:1. So konnte auch kompensiert werden, dass Gudrun zeitweise lust- und regungslos im Tor herumstand. Das Team LeoSocceros2 kam mit nur einer Niederlage auf einen großartigen zweiten Platz.

 

Noch besser klappte es beim Team LeoSocceros1, welches Philipp Sudmann (9f) und Felix Bartram (9a) schon seit drei Jahren bilden. Sie haben in dieser Zeit unzählige Stunden gebaut und programmiert, getestet, geflucht, verbessert und noch mehr geflucht. Es hat sich gelohnt: Sie gingen ohne Niederlage gegen die starke Konkurrenz durchs Turnier und belegten einen grandiosen ersten Platz mit einer Tordifferenz von 14:2 Toren.

Während unsere Neuntklässler schon erfahrene und durch viele Matches gestählte Veteranen im Roboterfußball sind, traten auch zwei Leo-Newcomer-Teams den Weg mit nach Dortmund an, um sich in der neuen Starter-Kategorie mit anderen Schulen zu messen. Hier tritt jedes Team mit nur einem Roboter auf einem kleineren Spielfeld an. Aber auch hier gilt: Das Runde muss ins Eckige.

Nachdem die Roboter von unseren Teams komplett ohne Anleitungen und Hilfe aus dem Gedächtnis zusammengebaut waren und die Sensoren (Infrarot / Kompass) kalibriert und getestet wurden, mussten sie zum Bau-Check. Hier wurde überprüft, ob die Roboter die zulässigen Maße bzw. das Höchstgewicht nicht überschritten. „Zu groß“, befand der Schiedsrichter humorlos. Hektisch, aber mit viel Sachverstand, nutzen beide Teams die vom Veranstalter gewährten drei Minuten, um die Roboter umzubauen. 10 Sekunden zeigte die herunterlaufende Stoppuhr, ehe alles passte. Die erste Hürde war somit genommen, die Roboter durften starten.

Team Liego2, bestehend aus Michael Barz (5a) und Felix Römer (6b) zeigte bei den Spielen dank eines selbst entwickelten Getriebes den schnellsten Roboter im Feld. Es unterlag dreimal denkbar knapp. Umso schöner, dass das spätere Siegerteam des Starter-Wettbewerbs aber durch unsere Jungs mit 3:1 geschlagen wurde. Für unsere jüngsten Teilnehmer ein toller Erfolg und der Ansporn im nächsten Jahr wieder anzugreifen.

Glücklicher lief es für Team Liego1: Marlene Borgmann (7c), Valerie Wong (7c) und Pina Schirrmeister (7c). Packende Spiele, physikalisch unmögliche Ballkurven und am Ende ein 7:6 gegen Liego2 sicherten den zweiten Platz und somit ebenfalls die Qualifikation für das Deutschlandfinale. Nicht nur für die drei Mädchen waren es emotionale Spiele, auch die „Schlachtenbummler“ am Spielfeldrand waren mit Leib, Seele und Stimme dabei. So manche fragwürdige Schiedsrichterentscheidung verlangte da schon ein großes Maß an Selbst-Disziplin, beim letzten Tor lagen sich dann wildfremde Menschen in den Armen.

Neben den tollen Erfolgen war der Teamcoach auch besonders glücklich darüber, wie sich die Leo-Teams gegenseitig halfen. Schon in den Wochen und Monaten der Vorbereitung wurden Erkenntnisse und Tricks immer zwischen den Teams geteilt. Die erfahrenen Neuntklässler hatten stets auch einen Blick für unsere Newcomer, bei der Vorbereitung wie beim Wettbewerb. Und die halfen sich auch teamübergeifend gegenseitig.

Nun blicken wir voller Vorfreude Richtung Passau, wo wir uns am 16./17. Juni mit den besten Teams Deutschlands messen werden. Egal, wie es dort ausgeht, es wird für alle eine tolle Erfahrung werden. Die Sieger fahren übrigens zum Weltfinale nach Thailand. Träumen darf man ja....

Der Teamcoach,

B.Meltzow

 

 

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