Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ

 

  

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 „In zwanzig Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die Dinge, die Du getan hast. Also wirf die Leinen los. Verlasse den sicheren Hafen. Lass den Passatwind in Deine Segel wehen. Erforsche. Träume. Entdecke.“  Mark Twain war ein begeisterter Segler von ihm stammt das berühmt gewordene Zitat.

Am Gymnasium St. Leonhard haben wir vor sieben Jahren die Leinen losgemacht auf dem Weg in ein Projekt, das unter dem Namen GLAS-Projekt mit dem Deutschen Lehrerpreis als beste Innovation des Jahres ausgezeichnet worden ist. Der Kern unserer Überlegungen war die Frage, ob wir authentische Kommunikation im Fremdsprachenunterricht auch über große Entfernungen möglich machen könnten. Nicht Bücher, Workbooks und Kopien – echte Menschen sollten es sein.

Wir wussten, dass schon zahlreiche Unternehmen Videokonferenzen nutzten, um Fahrkosten einzusparen und große Entfernungen mühelos zu überwinden. Wir wussten, dass Universitäten Videotechnik nutzen, um Lehrinhalte verfügbar zu machen. Und wir wussten, dass Krankenhäuser damit begonnen hatten, ihr Expertenwissen über Videotechnik anderen Ärzten zur Verfügung zu stellen. Noch hatte aber niemand den Versuch unternommen, Videotechnik für den Fremdsprachenunterricht sinnstiftend einzusetzen. Alles musste neu gedacht und auf die Verhältnisse einer Schule angepasst werden. Digitale Bildung war damals noch ein Projekt für Freaks und ohne die Unterstützung und den Rat von Partnern wäre es unmöglich gewesen, ein solches Projekt zu realisieren: Die Firmen Cisco, regio iT und NetAachen standen an unserer Seite. Auch der Schulträger, die Stadt Aachen, hat sich in besonderer Weise engagiert und war immer in die Planungen und die Umsetzung eingebunden. Dafür sind wir den Firmen und der Stadt großen Dank schuldig.

Im Kern eines jeden Projekts aber stehen Menschen. Frau Langela-Bickenbach war hinter allen Entwicklungen die treibende Kraft. Ohne ihr Engagement und ihren Durchhaltewillen über Jahre hinweg wäre das Projekt niemals Realität geworden. Sie hatte die Ideen, wie aus Technik eine ganz neue Form von Fremdsprachenunterricht werden kann. Mit Herrn Meltzow war ein zweiter Kollege intensiv beteiligt, der sich vor allem um die technische Dimension des Projekts gekümmert hat. Die beiden haben sich dabei in hervorragender Weise ergänzt. Schließlich hatten wir das Glück, auf Seiten der Niederlande unsere langjährige Partnerschule, das Sophianum aus Gulpen, überzeugen zu können, auch Teil dieses Projekts zu werden. So ist auch der Name des Projekts entstanden: G(ulpen), L(eonhard), A(achen) und S(ophianum). Und GLAS erschien uns als das Material und zugleich passende Symbol für den sich abzeichnenden Wandel in der digitalen Welt. Später sind dann noch die Kolleginnen aus der Englisch-Fachschaft und aus dem Fachbereich Spanisch dazugekommen. Das virtuelle Projekt wird durch Austauschfahrten in die Niederlande, nach London und Madrid ergänzt.

Für die Zukunft erhoffen wir uns, auch die Berufsorientierung oder die Naturwissenschaften durch die Einbeziehung von Experten bereichern zu können. Die Experten müssen ihren Arbeitsplatz an der RWTH, in der Uniklinik oder in einer Firma nicht mehr verlassen, sondern stehen unseren Schülern per Videoschaltung eine begrenzte Zeit zur Verfügung, bevor sich alle Beteiligten wieder dem Tagesgeschäft zuwenden.  Ein Ende der Einsatzmöglichkeiten unseres Projekts ist noch nicht abzusehen. Das ähnelt dem Segeln im Passatwind: Wo das Schiff letztlich anlegt, kann keiner sagen.

S. Menzel

 

 

 

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