Erfahrungsbericht Deutsche Schülerakadamie

Insgesamt war meine Zeit auf der DSA eine einmalige und einzigartige Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Nicht nur habe ich in den 16 Tagen Akademiezeit unglaublich viel über Quantenmechanik gelernt, sondern sowohl neue Freunde gefunden als auch für mich neue Freizeitaktivitäten entdeckt. Es geht nicht um Leistungsdruck oder darum, etwas Besseres zu sein, vielmehr ist die Akademie eine Chance, mit interessierten und aufgeschlossenen Menschen Spaß zu haben und Neues zu lernen.

 

 

Als ich vor einiger Zeit einen Artikel über die Deutsche SchülerAkademie, ein „außerschulisches Programm zur Förderung besonders leistungsfähiger und motivierter Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe“, las, dachte ich mir „Daran hätte ich sicherlich auch Spaß“, hatte jedoch bald wieder andere Dinge im Kopf. Umso größer war meine positive Überraschung, als ich Ende Januar dann selber von der Schule für die DSA vorgeschlagen wurde.

Anfangs war ich skeptisch, ob ich überhaupt angenommen werde. Ich schickte meine Bewerbungsunterlagen ab und erhielt wenige Wochen später die Rückmeldung, ich könne nun online meine Kurse wählen. Mein Plan war es, die Akademiezeit auch dafür zu nutzen, mir einen Einblick in eine für mich vergleichsweise neue Naturwissenschaft zu verschaffen, daher war meine Erstwahl - da ich mich normalerweise viel mit Informatik beschäftige - Supraleiter und Quantum-Matter, ein Physikkurs. In diesem sollten die Teilnehmer die Grundlagen der Quantenmechanik erarbeiten um anschließend die BCS-Theorie der Supraleitung zu behandeln. Da mich die Quantenmechanik sehr interessiert und ich nicht gerade schlecht in Mathematik bin, war ich der Meinung, den perfekten Kurs für mich gefunden zu haben.

Einige Monate später erhielt ich die Bestätigung, dass ich meine Erstwahl bekommen hatte, und daher vom 20.07.2017 bis zum 05.08.2017 die Akademie Torgelow am See besuchen würde. Bald setzten sich auch unsere Kursleiter mit uns in Verbindung und ließen uns einen Reader, bestehend aus drei verschiedenen Heften, sowie Aufwärmaufgaben zur Kontrolle zukommen. Damit sollten wir die mathematischen Grundlagen erarbeiten, die man benötigt, um quantenmechanische Berechnungen durchzuführen. Obwohl das Durcharbeiten der Reader mit einigem Aufwand verbunden war und - oder vielleicht weil - die Aufgaben durchaus anspruchsvoll waren, hatte ich doch schon in dieser „Vorbereitungsphase“ großen Spaß an der Thematik.

Die Zeit verging rasend schnell und schon bald saß ich zusammen mit Daniel, einem weiteren Teilnehmer aus Aachen der Akademie  Torgelow I, im Zug. Bereits auf dem Weg trafen wir einige Akademieteilnehmer und schon bald hatte ich einige meiner zukünftigen Kurspartner gefunden.

Am Internat angekommen, waren wir doch über die Abgeschiedenheit desselben überrascht: Der nächste Ort 20 Minuten Autofahrt entfernt, bestenfalls schlechter Handyempfang, aber direkt an einem riesigen See und inmitten von Natur. Und was dem Internat an Kontakt zur Außenwelt fehlt, macht es durch seine Freizeitmöglichkeiten wett: So standen uns ein Sportplatz mit Fußballfeld und Laufbahn, ein Beachvolleyballfeld, ein Basketballplatz, ein Tennisplatz, sowie Boote auf dem See zur Verfügung.

Schnell gewöhnten wir uns an das Akademieleben: Von 7:30 bis 8:30 begann der Tag mit dem Frühstück, nach welchem wir uns zu einem ca. halbstündigen Plenum trafen, indem wir Organisatorisches besprechen konnten und die Kursübergreifenden Aktivitäten, kurz KÜAs, für den Tag sammelten. Anschließend begannen die einzelnen Kurse, die, mit eingeschobener Kaffeepause, bis zum Mittagessen um 12 Uhr dauerten. Danach konnten wir die Freizeit beliebig füllen, indem man den Kursstoff wiederholte, an KÜAs teilnahm oder, nach einigen anstrengenden Tagen, die Zeit für einen Mittagsschlaf in der Sonne nutzte. Ab 16:00 gab es Kaffee und Kuchen, bevor wir uns um 16:30 für die zweistündige zweite Kursschiene trafen. Nach dem anschließenden Abendessen gab es kein festes Programm mehr und wir konnten den Abend beliebig füllen. Sonntags sah das Programm ähnlich aus, statt Mittagessen und Frühstück gab es jedoch bis 13 Uhr Brunch; eine feste Nachtruhe gab es jedoch an keinem Tag, weswegen man nach einigen Tagen ziemlich müde war.

Schnell fiel einem die familiäre Atmosphäre der Akademie auf. Man hatte schnell Teilnehmer gefunden, mit denen man besonders gut klar kam, konnte aber trotzdem mit allen interessante Gespräche führen und sich austauschen. Ich war überrascht, dass sich bei fast 115 Personen keine festen Gruppen bildeten, sondern man mit allen irgendwann mal zutun hatte.

Auch der Ablauf der KÜAs war entspannt: Jeder, der etwas gut - oder sich auch nur für etwas begeistern konnte, hatte die Möglichkeit eine solche Aktivität anzubieten. So fanden sich neben Sportangeboten unter Anderem auch eine Amateurfunk-, Programmier- oder Schach-KÜA. Ein zusätzliches breites Musikangebot bestand aus verschiedenen Ensembles, einer Band und dem Chor, an dem ich teilnahm. Dort bereiten wir uns auf das öffentliche Abschlusskonzert in Waren, dem nächsten größeren Ort, vor.  Dieses bereitete sowohl den Instrumentalisten und Sängern als auch dem Publikum der gut besuchten Kirche im Ort viel Freude.

Am Ende der Akademie fiel es schwer nach einer tollen, aber viel zu kurzen Zeit wieder Abschied zu nehmen.Bisher haben wir es aber geschafft, gut in Kontakt zu bleiben, sodass auch schon das erste Nachtreffen geplant ist.

 

- Gianni Spitzer, Q2

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