St. Leonhard testet sein inneres Gleichgewicht

Schulhoferneuerung startet mit grünem Klassenzimmer und Slackline

  

 

Janna aus der 9. Klasse traut sich erst mal nur in Begleitung: Was beim Profi so leicht und mühelos aussieht, verlangt doch einiges an Gleichgewichtssinn, Koordination und Konzentration, um auf dem nur wenige Zentimeter breiten Gurtband mehr als nur ein paar Schritte weit zu balancieren.

Nach fast einjähriger Vorarbeit konnte in der letzten Woche der erste Teilabschnitt der Schulhoferneuerung am Gymnasium St. Leonhard eingeweiht werden: In einer bislang ungenutzten, unansehnlichen Schulhofecke wurde ein „grünes Klassenzimmer“ eingerichtet, an dessen Picknicktischen bei gutem Wetter eine ganze Klasse Platz findet und unterrichtet werden kann. Aber auch Mittagessen und „Chillen“ während der einstündigen Mittagspause ist dort möglich. Neuer Anziehungspunkt des vorher fast menschenleeren Schulhofteils ist allerdings unbestritten die Slackline, ein zehn Meter langes Gurtband, das zwischen zwei Platanen befestigt wurde und auf den nun jeder Mutige seinen Gleichgewichtssinn auf die Probe stellen kann. Besondere Herausforderung dabei ist – wie auch die zunächst sehr selbstbewussten älteren Schülerinnen und Schüler feststellen mussten – dass die Slackline so locker gespannt wird, dass sie unter dem „Slacker“ zu schwingen beginnt und er ständige Ausgleichsbewegungen vollführen muss, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Über die Eröffnung der neugestalteten Grünecke freuten sich nicht nur die zahlreichen Schüler: „Endlich gibt es auch was für die Mittelstufe auf dem Schulhof. Außer Rumstehen oder Streetballspielen konnten wir vorher nicht viel machen“, so Alper aus der 8. Klasse. Denn an der langwierigen Planungsarbeit und Umsetzung war die ganze Schulgemeinschaft beteiligt: Die Schülervertretung hatte in einer Umfrage über die Klassensprecher alle Unter- und Mittelstufenklassen zu ihrer Meinung über den vorhandenen Schulhof sowie nach Wünschen für einen zukünftigen Schulhof befragt. Über die Schulpflegschaft ergab sich das ehrenamtliche Projekt eines Vaters, der gemeinsam mit einer Oberstufengruppe den gesamten Schulhof vermaß, damit überhaupt ein maßstabsgetreuer Plan des Schulhofs als Grundlage für weitere, langfristig angelegte Planungen vorlag. Ein Arbeitskreis mit Vertretern aus Schulleitung, Schulpflegschaft und Schülervertretung priorisierte dann die verschiedenen Schülerwünsche und teilte sie in vier langfristige Teilprojekte ein, von denen als erstes das „grüne Klassenzimmer“ mit der Slackline in Angriff genommen wurde. Für die finanzielle Unterstützung wurde glücklicherweise schnell der Verein der Ehemaligen und Freunde von St. Leonhard gewonnen, dessen Vorsitzende, Christa Hagelstange, den ersten wackligen Testgängen der Schüler ebenfalls beiwohnte: „Dieses Projekt haben wir besonders gerne gefördert, weil es wirklich allen Schülern der Schule zugute kommt und für alle Altersstufen und Jungen wie Mädchen interessant ist. So werden wir als Verein mit unserer Arbeit für alle sichtbar.“

Bei den drei Projekttagen kurz vor Schuljahresende machte eine zwanzigköpfige Freiwilligengruppe aus Oberstufenschülern dann schließlich buchstäblich Nägel mit Köpfen: Sie bepflanzten die umliegenden Beete mit Blütenpflanzen und Immergrün, verteilten Holzhackschnitzel zur Vorbereitung des Untergrunds, schliffen und strichen alte Sitzbänke und bauten die großen, 300 Kilogramm schweren Picknickgarnituren aus Tisch und vier Bänken auf. Jonathan, ein Teilnehmer der Projektgruppe, erinnert sich: „Am Anfang war alles nicht so einfach, weil die wenigsten Erfahrungen mit dem Werkzeug hatten und uns viele Begriffe wie Torxschrauben oder Ratsche gar nichts sagten. Aber nach der ersten Bank wussten wir ja ungefähr, wie’s geht, und am Ende war es cool zu sehen, was wir zusammen geschafft haben.“

 

Zusätzliche Informationen