Lernen in den Ferien – Besser als gedacht!

 

Es hört sich anfangs jedoch nicht sehr ansprechend an, soll man doch einen Teil seiner Ferien mit Lernen verbringen: „Bei der Deutschen SchülerAkademie [kurz DSA] handelt es sich um ein außerschulisches Programm zur Förderung besonders leistungsfähiger und motivierter Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe. Die Akademien finden in den Sommerferien statt und dauern jeweils 16 Tage. Sie bestehen aus sechs Kursen mit Themen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen. Die fachliche Arbeit in den Kursen wird durch zahlreiche kursübergreifende Angebote [(KüAs)] (z.B. Sport, Musik, Theater, Exkursionen, Vorträge) ergänzt.“ – so die offizielle Beschreibung der SchülerAkademie.

Auch ich war zunächst skeptisch. Denn wem drängt sich bei dieser Beschreibung nicht direkt ein Bild von lauter Strebern auf, die von morgens bis abends hochwissenschaftliche Diskussionen führen und nichts anderes im Sinn haben als ihr jeweiliges Themengebiet?!

Ein spezifisches Thema jedoch auf Uniniveau tiefgehender als in der Schule üblich zu erarbeiten und selbst einzelne Details genauestens zu erschließen, stellte allerdings auch einen gewissen Reiz dar.

Aufgrund dessen bewarb ich mich auf Anregung von Herr Niehaus um einen Platz an der DSA und bekam letztendlich eine Zusage für den Kurs „Das Internet als verlängerter Arm des Militärs?“. Dabei sollten zunächst die physikalischen Grundlagen des Internets erarbeitet werden, um dies anschließend unter historisch-militärischen Gesichtspunkten auszuwerten.

Neben meinem Kurs wurden fünf weitere Themen an der Akademie in Torgelow am See, einem kleinen Ort in Mecklenburg-Vorpommern, angeboten: Quantenphysik, Geschlechterwissenschaften, Soziologie, Mathematik und Philosophie.

Glücklicherweise bestätigte sich meine anfängliche Befürchtung nicht. Alle 100 Teilnehmer*innen waren interessante und aufgeschlossene Leute, schnell konnte man neue Bekanntschaften machen und Freundschaften schließen.

Durch die KüA-Zeit war es außerdem möglich auch mit Leuten, die nicht im gleichen Kurs waren, Dinge zu unternehmen.

Von Volleyball spielen, über diverse Sprachkurse bis hin zu Smoothies machen oder Salsa tanzen – für jeden/jede war etwas dabei. Wollte man musikalisch aktiv werden, konnte man außerdem im Chor singen oder Mitglied des Orchesters oder der Band werden.

Highlights im Rahmen dessen stellten das Volleyballturnier und der Cheerleadercontest dar, bei dem die einzelnen Kurse gegeneinander antraten, angefeuert von ihren jeweiligen Cheerleadern.

Einblicke in die anderen Kurse bekam man am sogenannten Rotationstag. In einer einstündigen Präsentation stellten kleine Gruppen von bis zu 4 Teilnehmer*innen anderen Interessierten ihre bisher erarbeiten Ergebnisse vor; anschließend wurde diskutiert. Dadurch erhielt man einen völlig neuen Einblick in verschiedenste Themengebiete und konnte sich mit Fachkundigen über spannende Themen unterhalten.

Während der gesamten Zeit wurde zudem eine Dokumentation verfasst, in der alle erarbeiteten Erkenntnisse schriftlich festgehalten wurden. Dadurch lernte man zudem das Arbeiten mit wissenschaftlichen Texten und das Verfassen von fachlichen Ausarbeitungen.

Insgesamt waren die 16 Tage Akademiezeit eine wirklich aufschlussreiche, spannende Zeit in der ich viele neue Freunde aus ganz Deutschland gefunden habe. Wir konnten gemeinsam tolle Dinge erleben und lernen und neue Erfahrungen sammeln. Die Zeit erschien mir viel zu kurz, das erste Nachtreffen ist aber schon geplant. Allen die es in Betracht ziehen, auch an der DSA teilzunehmen, kann ich es nur empfehlen. Eine solche Lernatmosphäre und die Vielzahl an Möglichkeiten, die einem dort geboten wurden, findet man so schnell nicht wieder; also nutzt die Chance!

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