Ein Forscher zum Anfassen: Leibniz-Preisträger Prof. Rainer Waser zur Gesprächsrunde mit den Schülern von St. Leonhard

Der Aachener Spitzenforscher Prof. Rainer Waser hat sich den Fragen interessierter Schülerinnen und Schüler unserer Schule gestellt. Erst vor kurzem, am 12. März 2014, wurde er in Berlin für seine bahnbrechenden Forschungsergebnisse im Bereich der Nanoelektronik mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz Preis ausgezeichnet. Beim Leibniz-Preis handelt es sich um die höchste wissenschaftliche Ehrung der Bundesrepublik Deutschland.

Wie er mit dem 2,5 Mio Euro hohen Preisgeld sowie mit seiner ethischen Verantwortung als Wissenschaftler umgeht, war Gegenstand des Gesprächs mit ca. 60 Schülerinnen und Schülern der Oberstufe. Vorbereitet worden war die Diskussion von den Schülerinnen und Schülern des Deutschkurses G1 der EF (Frau Dr. Kaiser). Dieser hatte sich zuvor eingehend mit Dürrenmatts Drama „Die Physiker“ beschäftigt ─ vor allem mit der Frage nach den negativen technischen Folgen von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Unterstützt wurden die Schülerinnen und Schüler der EF von zwei Q2 Kursen (Chemie: Frau Schürmann, Physik: Herr Knops).

Da seine Forschung die Entwicklung neuartiger, energiesparender elektronischer Bauelemente für Computer ermöglicht, konnte Herr Prof. Waser den Schülerinnen und Schülern vor allem von den positiven Auswirkungen seiner neuartigen Erkenntnisse berichten. Auf die Frage nach weiteren, zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten der  so genannten „resistiven Schalter“ antwortete der studierte Physikochemiker, dass Computerspeicher in Zukunft wie neuronale Netze im menschlichen Hirn funktionieren und damit stellenweise sogar unabhängig von menschlicher Kontrolle werden könnten. Die ethische Dimension seiner Arbeit beschrieb er den Schülerinnen und Schülern vor allem in seinem Beitrag zur Verbesserung der Umwelt durch die Einsparung von Energie in der Kommunikationselektronik. Aus Gewissensgründen könne er sich außerdem selbst weder an einer Entwicklung von chemischen Kampfstoffen noch an andersartiger militärischer Forschung beteiligen; er sei froh, dass seine Forschung keine erkennbaren negativen Konsequenzen habe.

 

 

Dem Bild vom Naturwissenschaftler als verschrobenem Bastler und Einzelgänger widersprach Waser außerdem, denn ohne die gute Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeiten sei sein wissenschaftlicher Erfolg undenkbar gewesen. Herr Prof. Waser, der an der Fakultät für Elektrotechnik der RWTH Aachen lehrt,  gab auch Auskunft über die für ihn eher unerwartete Nachricht von der Preisverleihung und private Dinge, zum Beispiel, was es bedeutet, wenn man über 15 Jahre an einem Projekt forscht, was die Familie und Bekannte davon wissen. Abgesehen von den schwierigen Forschungsthemen ließ sich Herr Prof. Waser auch zu seinen Hobbys und seinem privaten Alltag befragen.

Insgesamt war es eine sehr anregende und konzentrierte Diskussion. Wir danken Herrn Prof. Waser für das aufschlussreiche und spannende Gespräch und seinen Besuch an unserer Schule!

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