Mit Kinnys Glückshose von Sieg zu Sieg


Fantastisch: St. Leonhards Volleyballer profilieren sich als drittbeste Lehrermannschaft Nordrhein-Westfalens

Nach dem beeindruckenden 7. Platz beim Lehrervolleyballturnier 2012 wollte St. Leonhard in diesem Jahr aufs Siegertreppchen. Am Pfingstsamstag brach das Dream-Team um Chefcoach Lutz Kinny in aller Herrgottsfrühe erneut auf in Richtung Waltrop bei Dortmund.  Hier warteten die Lehrermannschaften, welche es nach den Ausscheidungsspielen in ihren Kreisen in die Finalrunde geschafft hatten, ballhungrig auf ihre Gegner. Nur wirkliche Freaks waren es, die den ersten Tag der kurzen Pfingstferien ihrer Leidenschaft opfern wollten.

Doch bevor es aufs Feld gehen konnte, musste der Spielertrainer eingekleidet werden: Lutz Kinny war zwar mit einer gigantischen Kühltasche für die Siegesfeier, aber ganz ohne Sporthose angereist.  In der knapp sitzenden himmelblauen Zweithose seiner Kollegin Ina Simon musste er sich einigen Spott gefallen lassen,  genoss aber nach eigenem Bekunden „volle Beinfreiheit“.

Mit einem knackigen „Leo gooooo!“, stimmgewaltig unterstützt von den extra aus Aachen angereisten Schlachtenbummlern Rik und Bernd, warfen sich Irmgard Vogel, Vera Kühn, Inga Kebbe und Ina Simon samt ihren Teamkameraden Lutz Kinny, Patrick Richter und „Mr. Testosteron“ Johannes Heuzeroth in die Spiele der Vorrunde. Als es im ersten Satz nach wenigen Minuten 15: 3 Punkte für St. Leonhard stand, rieb die Mannschaft sich erstaunt die Augen. So einfach konnte es doch nicht weitergehen! Und so leicht blieb es wahrhaftig nicht. Die Teams aus Mönchengladbach, Dortmund oder Jülich verlangten den glorreichen Sieben aus Aachen alles ab, was man in der Liliput-Halle an der Prinzenhofstraße an vielen Trainings-Dienstagen auf den Hallenboden gezaubert hatte: Die in Fachkreisen als „Richter-Schleifen“ berüchtigten Tennisaufschläge von Ex-Referendar Patrick Richter, die Schmetterhämmer von Kinny und Heuzeroth, aber auch die Konstanz, Brillanz und Kampfmoral der vier Leonharder „Ladies in Black“ erzielten unerbittlich Punkt für Punkt. Nach einer fantastisch homogenen Mannschaftsleistung registrierten die Spielerinnen und Spieler mit dem Vier-Sterne-Logo auf dem Trikot, dass sie in der Vorrunde keinen einzigen Satz abgegeben hatten.   Im Halbfinale wartete ein Angstgegner auf den Gruppenersten aus Aachen: Das Mannesmann-Gymnasium Duisburg mit seinem ca. 2,15 Meter großen Hauptangreifer – geschätzte Arm-Spannweite drei Meter, die Netzkante etwa auf Brusthöhe, gefühlte Schmetterstärke 1. Bundesliga  – hatte schon in  der Vorrunde alle Blicke auf sich gezogen.  Tatsächlich verloren Kinny & Co den ersten Satz des Turniers gegen die Mannesmann-Riesen, um sich mit einem sensationellen Sieg in Satz zwei noch einmal mächtig aufzubäumen - und sich im Tiebreak dann doch knapp geschlagen zu geben.
„Okay, wir haben verloren, aber das war das beste Spiel, das wir jemals gespielt haben!“, baute Lutz Kinny seine Mannschaft gleich nach der Niederlage wieder auf. So ging es mit einer Riesenportion Mut und Motivation  in das Spiel um Platz 3. Die Mannschaft des Mönchengladbacher Berufskollegs Medien und Technik machte es St. Leonhard keineswegs leicht, aber mit eindringlichem „Punkte, Leo, Punkte“ peitschten sich die Aachener auch nach einem Rückstand im zweiten Satz wieder in Führung und gewannen das Match glatt in zwei Sätzen. Damit war dem Leonhard-Team, das als einzige Mannschaft des Turniers mit einem üppigen Aufgebot von vier Damen aufwarten konnte und in Ermangelung eines vierten männlichen Spielers auch immer drei Spielerinnen auf dem Feld hatte, der dritte Platz nicht mehr zu nehmen. Die ersten beiden Ränge bei insgesamt 57 in NRW angetretenen Lehrermannschaften belegten das Schulzentrum Hackenberg und das Mannesmann-Gymnasium Duisburg.
Nach der Siegerehrung durch den Westdeutschen Volleyballverband, als die Netze schon abgebaut waren, saßen Heuzeroth, Kinny, Kebbe, Kühn, Richter, Simon und Vogel als letzte Mannschaft vor leeren Rängen in der Waltroper Dreifachhalle und staunten noch immer über das tolle Ergebnis. Der Chefcoach servierte souverän alle Biersorten, die die Brauerei hergab – eisgekühlt! -  und während die Stimmung stieg, wurden Kinnys sexy Beinkleider zur „Glückshose“ ernannt und zum Maskottchen gekürt. Mit dieser Hose im Gepäck, da waren sich alle Leo-Volleyballer einig, als man bei Sonne und azurblauem Maihimmel glücklich die Rückreise antrat, soll es im nächsten Jahr den finalen Griff nach dem Siegerpokal geben.

Vera Kühn

 

 

 

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